Riger - Streyf (CD)
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Beschreibung:
metalmessage.de (9/10)
Eine verdammt positive Überraschung, vor allem für all ihre treuesten Anhänger der allerersten Stunde bieten RIGER mit diesem fünften Langspielmanifest - denn Streyf" ist ein emotional durch- und vor allem tief eindringend wonnemelodisches Grollwerk geworden. Eines von der Sorte, die man nicht mehr vergessen kann. Die stilistisch noch immer merklich stolz agierenden Zornesmusikanten legen aktuell zehn ehern ertönende Beschwörungslieder vor, welche von einem Akustikstück entsprechend stimmungsvoll abgerundet werden. Sehr deutlich ist hier sehr schnell sehr leicht heraus zu hören, dass sich die löblich beständige Peitscherhorde um Frontschreihals Ingo Tauer geradezu nach kompositorisch Neuem und instrumentell Frischem sehnte. Meine Freude hierüber ist riesengroß: Denn dieser neue Donnerdiskus verschleudert in geradezu verschwenderisch freigiebiger Weise literweise dunkles Herzblut, welches jede gespielte Note vollständig benetzt. Echte Lieder, echte Gefühle, echte Leidenschaften und echte Inbrunst von echten Menschen, ja, so soll es sein. Von vorne bis hinten geht es aufregend vollblütig zu.
Jede einzelne Sekunde der merklich intelligent und überlegt inszenierten Heidenscheibe samt ihren zahllosen Facetten gibt einem als Hörer das Gefühl, solcherlei zupackende Ideenvielfalt bei vergleichbaren Bands aus diesem Sektor schon viel zu lange schmerzlich vermisst zu haben. Von all ihren donnernden Exzessen und kruden Brachialitäten der Vergangenheit sehen RIGER hier bewusst weitgehend ab, vielmehr kann Streyf" als erwachsene Angelegenheit für niveauvoll orientierte Genießer mit inniglicher Vorliebe zu authentischen Attitüden bewertet werden. Das muss jedoch bombig böllernde Rhythmusdetonationen nicht ausschließen. Und so schnaubt und keucht diese wahrlich vorzügliche Veröffentlichung puristischen und unverfälscht unheiligen Kämpfergeist aus, der künstlerisch zäher, aufständischer und entschlossener wohl nicht mehr gesinnt sein könnte. Einfühlsam gehaucht wird jedoch auch immer mal wieder in gewissem Sinne: So sind einige betont besinnliche Passagen zu vernehmen, welche von Gevatter Tauer mit ergötzlich perfide phrasiertem Rezitativ gleichsam hämisch wie auch mit triumphaler Überlegenheit gekrönt werden. Knisternde Flüsterpassagen inklusive. Man merkt schon, Vieles ist hier neu und anders, Vieles ist hier nachhaltig betörend. Vor allem die ständig hochmusikalischen und teils sogar fesselnd filigran exerzierten wohlklingenden Gitarrenarbeiten von Christoph und Nicola graben sich mit ihren tollen hitmelodischen Finessen in Mark und Bein ein; sehr viel Fleiß, Biss und Übung werden hierzu vonnöten gewesen sein. Es hat sich gelohnt. Apropos, auch die Zusammenarbeit der Frankfurter Kulttruppe mit den Münchner Helion Studios hat sich vollauf rentiert, denn dort wurde den neuen Schwertliedern ein ganz spezieller Schliff verliehen - schärfer, schneidiger und daher gefährlicher als vieles Vergleichbare. Streyf" erscheint als grafisch ansprechendes A5-Digipak offiziell im ersten Quartal 2009 - und der Tag des Erwerbs wird für jeden aufrichtigen Jünger solcherlei Schlachtenhymnen automatisch zum Festtag, wetten?

